
75 Jahre Spielwarenmesse – Jubiläum mit Strahlkraft
Ein Gespräch mit Oberbürgermeister Marcus König und Christian Ulrich, Sprecher des Vorstands der Spielwarenmesse eG.
Teil 1/2
Zum 75-jährigen Bestehen der Spielwarenmesse sprechen Christian Ulrich, Sprecher des Vorstands der Spielwarenmesse eG, und Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer der weltweit bedeutendsten Leitmessen. Im Interview geht es um prägende Meilensteine, die Rolle Nürnbergs als internationale Messestadt, Innovationen und Trends in der Spielwarenbranche sowie die besondere Identität der „ToyCity“ Nürnberg. Persönliche Einblicke, strategische Perspektiven und ein gemeinsamer Blick nach vorn machen deutlich, warum die Spielwarenmesse weit mehr ist als eine Messe – und warum ihre Geschichte untrennbar mit der Stadt verbunden ist.
75 Jahre Spielwarenmesse – was bedeutet dieses Jubiläum für Sie ganz persönlich?
Christian Ulrich: Das Jubiläum steht insbesondere für eine anhaltende Erfolgsgeschichte und verdeutlicht eindrucksvoll, welche Kraft in einer starken Gemeinschaft liegt. Die Spielwarenmesse ist heute der zentrale Netzwerkknoten der globalen Fachwelt. Als Genossenschaft, die der Spielwarenindustrie gehört, gehen wir inzwischen weit über die Veranstaltung von Messen hinaus, indem wir uns ganzjährig und nachhaltig für die Interessen der Branche einsetzen.
Marcus König: Nürnberg ist die Spielzeugstadt. Dieser Ruf fußt natürlich auf der Geschichte der Spielzeugproduktion in Nürnberg – wird allerdings heute maßgeblich geprägt durch die Spielwarenmesse. Alljährlich ist die Welt zu Gast in Nürnberg und erfährt hier nicht nur die neuesten Trends der Spielwaren, sondern lernt auch unsere Stadt kennen. 75 Jahre Spielwarenmesse zeugen auch von einem starken Messestandort.
Anzeige
Die Messe hat seit ihrer Gründung eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen. Welche Meilensteine stechen für Sie besonders hervor?
Christian Ulrich: Zu den prägenden Meilensteinen zählen für mich die Öffnung für internationale Aussteller 1958 sowie die Eröffnung des neuen Messezentrums in den 70er Jahren. In der jüngeren Vergangenheit hat vor allem die Digitalisierung die Veranstaltung maßgeblich geprägt – mit neuen Services, Tools und innovativen Formaten. Gleichzeitig zeigt sich die Stärke der Spielwarenmesse in ihrer Fähigkeit, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, um den Weltmarkt in seiner Komplexität möglichst exakt abzubilden.
Wie wichtig war und ist die Spielwarenmesse aus Ihrer Sicht für die Entwicklung Nürnbergs als internationaler Messestandort (inkl. Bedeutung von Leitmessen)?
Marcus König: Die Bedeutung lässt sich vermutlich gar nicht überschätzen. 1950 findet die erste Spielwarenmesse in Nürnberg statt. Sie ist damit eine der ältesten Fachmessen Nürnbergs. Wir zeigen also seit 1950, dass wir als Messestandort in der Lage sind, internationale Aussteller und Fachbesucher anzuziehen – eine wichtige Grundlage für den späteren Ausbau unseres Messezentrums. Der Erfolg der Spielwarenmesse hat Nürnberg den Weg geebnet, weitere Fachmessen anzusiedeln – wie etwa die BioFach oder die Embedded World, um nur zwei zu nennen. Das stärkt die Position Nürnbergs als vielfältiger Messestandort.


Wie stärkt die Spielwarenmesse die städtische Wirtschaft und das internationale Ansehen Nürnbergs?
Marcus König: Die Spielwarenmesse ist die weltweit größte Leitmesse für Spielwaren, Hobby- und Freizeitartikel. Leitmessen ziehen Fachpublikum aus aller Welt an, was Umsatz, Medienpräsenz und die Wahrnehmung Nürnbergs als „globaler Treffpunkt“ stärkt. Und denken Sie an die internationale Berichterstattung – so ist Nürnberg jährlich im Fokus der Öffentlichkeit. Hotels, Gastronomie und lokale Dienstleister profitieren stark – für Nürnberg ist der Tourismus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Getragen wird der Tourismus nach wie vor durch die Geschäftsreisenden, die ca. zwei Drittel unserer Übernachtungsgäste ausmachen. Damit ist die Spielwarenmesse ein Paradebeispiel für die touristische Bedeutung der inter-nationalen Messen in Nürnberg. Ganz konkret: Die Spielwarenmesse bringt Kaufkraft in unsere Stadt und sichert Arbeitsplätze.
Anzeige
Welche Synergien ergeben sich durch die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern, etwa aus Gastronomie, Hotellerie oder Dienstleistung?
Christian Ulrich: Die Spielwarenmesse lebt von einem starken Netzwerk und Nürnberg als Gastgeberstadt spielt dabei eine zentrale Rolle. Der enge Austausch mit der Hotellerie sowie mit Dienstleistern aus den verschiedensten Bereichen – etwa aus dem Taxi-Gewerbe, dem Messebau, Sicherheitsdiensten oder der Gastronomie – sorgt dafür, dass sich unsere Gäste aus aller Welt rundum willkommen fühlen und gerne wiederkommen. Eine perfekte Infrastruktur ist essenziell für den Erfolg unseres Events.
Nürnberg trägt den Titel „ToyCity“. Was macht diese Identität heute aus – und wie wirkt sie über die Stadt hinaus?
Christian Ulrich: Nürnberg ist weltweit als Spielzeugstadt bekannt – nicht nur durch die Messe, sondern auch durch Orte wie das Spielzeugmuseum und das Haus des Spiels, welche die Bedeutung von Spielkultur in der Stadt lebendig halten. Diese Identität schafft eine besondere Atmosphäre, die während der Messewoche in der ganzen Stadt für unsere Besucher aus aller Welt spürbar ist. Auch die Bürgerinnen und Bürger von Nürnberg erleben den „Spirit of Play“ der Spielwarenmesse über das internationale Flair, die Beflaggung oder den ToyCocktail, den es in Nürnberger Bars gibt.
Marcus König: Diese Wertschätzung der Stadt für die Messe selbst und die vielen Gäste zeigt, wie sehr sich Nürnberg mit der Spielwarenmesse identifiziert. Die Spielzeugmesse gehört zu Nürnberg wie die Kaiserburg oder Drei im Weggla.
Anzeige




